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Datum: 26.04.2019

Murmuras: Hochschulausgründung der Uni Bonn erhält EXIST-Stipendium zur Analyse von Smartphone Verhalten durch Human-Wissenschaftler

Forscher der Universität Bonn stellen Smartphone-Technologie für Wissenschaftler/innen weltweit zur Verfügung.

Smartphones liefern unglaubliche Mengen an Daten, und damit reichhaltige Einblicke in die Leben ihrer Benutzer. Von diesen Technologien profitieren bislang jedoch ausschließlich Internet-Giganten; Wissenschaft und Forschung stehen außen vor. Murmuras, ein Bonner Start-Up, stellt ihnen nun ein Technologiepaket zur Verfügung. Dieses erlaubt Forschern selbstständig das Smartphone-Verhalten von Probanden aufzuzeichnen, statistisch auszuwerten, weiter zu korrelieren, und schließlich zu visualisieren. Die Gründung geht aus dem Menthal Projekt hervor, einer bislang einzigartigen Studie über das Verhalten von 500.000 Mobilfunknutzern. Anstoß zu der Ausgründung gaben die zahlreichen Anfragen durch Forscher aus dem In- und Ausland, die gerne die selbe Technologie einsetzen wollten. Mögliche Einsatzgebiete sind die Erforschung von psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Mobilitätsverhalten, privatem Konsum oder Nutzen sozialer Medien.

Eine neue Full-Service-Plattform erlaubt nun wissenschaftliche Einrichtungen und Marktforschungsinstituten Smartphone-basierte Studien eigenständig zu realisieren. „Vielen wissenschaftlichen Einrichtungen, Studierenden und Organisationen fehlt das technische Know-how und die finanziellen Mittel, um Smartphone-basierte Studien selber durchzuführen“ – so Alexander Markowetz, Initiator und langjähriger Leiter des Projekts – „mittels dieser Plattform können in Zukunft völlig neuartige Primärdaten gewonnen werden. Wir ermöglichen damit Studien mit hoch-frequenten Datenpunkten, größeren Kohorten, und über längere Zeiträume, bei gleichzeitig gesteigerter Datenqualität“.

Grundlage der Technologie ist die Menthal App, ein kostenloses Programm welches seit 2014 Smartphone-Usern Feedback zu ihrer Handy-Nutzung gibt. Nutzer können etwa sehen, wie viel Zeit sie täglich mit dem Telefon verbringen und welche Anwendungen sie am häufigsten nutzen. Die Menthal App wird auch in Zukunft kostenlos für Privatanwender zur Verfügung stehen, ohne deren Daten preiszugeben. Lediglich die dahinter steckende Technologie wird im Rahmen des Gründerprojekts weiterentwickelt und in die neue Plattform einfließen.

Das Gründerteam besteht aus den Informatik-Doktoranden Ionut "Johnny" Andone und Konrad Blaszkiewicz – die beide das Menthal-Projekt an der Uni Bonn entwickelt haben – sowie dem berufserfahrenen Wirtschaftswissenschaftler Qais Kasem. Seit dem 1. März 2019 erhält das Team von dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ein EXIST-Gründerstipendium zur Deckung von Personal-, Sach- und Coachingmitteln. Das junge Start-Up wird von Andreas Weber, Professor im Fachbereich Informatik II, als Mentor betreut. Der Name des Start-Ups ist aus dem Wort “Murmuration” abgeleitet, englisch für “Schwarmverhalten”. In den nächsten Monaten will das junge Unternehmen weiterwachsen, zusätzliche Mitarbeiter einstellen und die neuartige Technologie weltweit für Wissenschaft und Marktforschung anbieten.

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