Ziele und Vorgehen des InkoNetz-Projektes
Zusammenfassung
Immer mehr kleine und mittlere Dienstleistungsanbieter setzen durch die Notwendigkeit, in einem komplexen und dynamischen Markt flexibel reagieren zu müssen, netzwerkartige Organisations- und Unternehmenskonzepte um: Aufgaben werden dort projektbezogen durch die Kooperation von Individuen und unterschiedlicher Teams des Netzwerkes sowie gegebenenfalls unter Hinzunahme von Externen bewältigt.
Der Markterfolg hängt dabei weitgehend davon ab, inwieweit es gelingt, den durch die Netzwerkstruktur prinzipiell gefährdeten Zusammenhalt der Organisation und die offenen Kooperationsstrukturen durch geeignete Maßnahmen zu unterstützen und gleichzeitig die Flexibilität des Unternehmens zu erhalten.
Anwendungspartner des Projekts sind:
- ein Dienstleistungsunternehmen im Bereich Qualifikation und Beratung, dessen dezentrale und vernetzte Strukturen einerseits Flexibilität und Marktnähe sichern, jedoch bei zunehmender Auftragsintensität die koordinierte Projektakquisition, Teamfindung und Projektdurchführung erschweren
- zwei junge und ebenfalls vernetzt arbeitende Unternehmen, die EDV-Dienstleistungen verkaufen und deren Überleben ebenfalls von der Güte ihrer internen Kooperation abhängt
Der vorgeschlagene Maßnahmenkatalog erstreckt sich auf die Entwicklung und den Einsatz eines integrierten Kooperationsmanagements für Netzwerkorganisationen, welches sowohl organisatorische Maßnahmen als auch die (Weiter-) Entwicklung und Nutzung technischer Systeme zur Kooperationsunterstützung umfaßt. Dabei wird ein partizipatives und evolutionäres Vorgehen gewählt. Die Anwenderorganisationen sollen im Projekt in die Lage versetzt werden, ihren Bedürfnissen entsprechend ihre interne Kooperation zu verbessern und dadurch angemessen auf Marktanfordernisse reagieren zu können.
Das InKoNetz-Projekt
Ziel des InKoNetz-Projektes ist es, die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Dienstleistungsanbieter (KMU's) in Nordrhein-Westfalen zu stärken, indem ihre Fähigkeit zur internen Kooperation unterstützt wird.
Um in einem dynamischen und komplexen Markt flexibel agieren zu können, setzen derartige Dienstleister immer öfter auf netzwerkartige Organisations- und Unternehmenskonzepte: Projektbezogen arbeiten dort Individuen und weitgehend selbständige Teams innerhalb des Netzwerkes zusammen und ziehen gegebenenfalls externe Experten und Dienstleistungserbringer hinzu.
Vorteile sind hierbei unter anderem sowohl
- eine starke Flexibilisierung der Unternehmensabläufe, welche es erlauben soll, kurzfristig auf Markterfordernisse zu reagieren, als auch
- die Nutzung synergetischer Effekte durch die Bündelung unterschiedlicher Kompetenzen im Netzwerk.
Auf organisatorischer Ebene sind derartige Organisationsformen gekennzeichnet durch
- flache Hierarchien,
- die Fähigkeit, flexibel Teams zur Bearbeitung bestimmter Aufgaben zusammenzustellen, sowie
- den hohen Bedarf an Kommunikation und Kooperation.
Insbesondere der erhöhte Kommunikationsbedarf in Zusammenhang mit der bei einer solchen Organisationsform häufig anzutreffenden starken geographischen Verteilung, aber auch die Notwendigkeit des flexiblen Zusammenspiels der unterschiedlichen Mitglieder einer solchen Organisation lassen den geeigneten Einsatz von kommunikations- und kooperationsunterstützender Technologie (sogenannter Groupware) zu einem Schlüsselfaktor für den Erfolg eines derartigen Unternehmens werden.
Neben den Vorteilen, wie der starken Flexibilisierung, welche die hier beschriebenen Organisationsformen mit sich bringen, ergeben sich aber auch Gefahren. Zum einen kann der oftmals lose Zusammenschluß der Mitglieder den Zusammenhalt einer Organisation als Ganzes gefährden. Je besser eine Netzwerkorganisation in der Lage ist, diesen zu erhalten und gleichzeitig flexibel zu bleiben, desto erfolgreicher kann die Netzwerkorganisation auf veränderte Marktsituationen reagieren. Zum anderen arbeiten Mitarbeiter einer Netwerkorganisation oftmals nicht mehr zur gleichen Zeit in benachbarten Büros, sondern sind sowohl geographisch als auch zeitlich getrennt. Das hat zur Folge, daß synchrone Kommunikation, also Gespräche face-to-face oder per Telefon, nur bedingt stattfinden kann. Statt dessen erhalten asynchrone Kommunikationsmittel wie Fax und Email eine große Bedeutung. Der Austausch wichtiger Dokumente erfolgt in vernetzen Organisationen per Email oder über den Zugriff auf einen gemeinsamen (virtuellen) Arbeitsbereich.
Inkonetz untersucht, wie die Mitglieder solcher Organisationen arbeiten, wie sie kommunizieren und Tätigkeiten koordinieren. Dabei unterstützt Inkonetz die Anwendungspartner sowohl auf technischer Seite, durch die Moderation und Durchführung beteiligungsorientierter Gestaltung und Einführung von Technik die kooperatives Arbeiten unterstützt, als auch auf organisatorischer Seite, durch die Untersuchung organisatorischer Rahmenbedingungen und der Beteiligung an Prozessen der Organisationsentwicklung im Rahmen eines integrierten Kooperationsmanagements. Dies bedeutet, daß technische und organisatorische Aspekte von Kooperation und Kommunikation nicht als isolierte Faktoren betrachtet, sondern gemeinsam analysiert und unter Berücksichtigung ihrer Wechselbeziehungen gestaltet werden müssen. Das Praxiswissen der Anwendungspartner bildet dabei gemeinsam mit den im Projekt gefundenen Erkenntnissen die Grundlage für eine stetige Verbesserung von Arbeitsprozessen und Technikeinsatz.
Wesentliches Ziel des Projektes ist es des weiteren, die Erfahrungen, die in den von Inkonetz betreuten Organisationen gesammelt werden, so zu verallgemeinern, daß sie übertragbar und somit für andere KMU's nutzbar sind. Sie sollen in Form eines Handlungsleitfadens aufbereitet werden und anderen interessierten KMU's zur Verfügung stehen. Die Einbindung von InkoNetz in einen Verbund europäischer ADAPT-Projekte (MOVE) soll den Austausch und die Transferierbarkeit auch auf europäischer Ebene gewährleisten. Das Projekt wird von der Universität Bonn in multidisziplinärer Zusammenarbeit mit der GMD und dem Kommunikationsservice-Provider SOCIETY GmbH durchgeführt
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