Europaweit hat man sich darauf geeinigt, pro Semester in der
Regel 30 LP an Arbeitsleistung zu erwarten, so dass ein 6-semestriges Studium also
180 zu erwerbenden LP entspricht. Natürlich ist es möglich in einem Semester
weniger (oder auch mehr) als diese 30 LP zu erwerben, manchmal lässt sich das -
etwa bei Misserfolg in der ein oder anderen Modulprüfung - auch gar nicht
vermeiden. In solchen Fällen verlängert sich die Studiendauer dann, es sei denn
man holt den "Rückstand" in folgenden Semestern wieder auf. Nicht
bestandene Module können wiederholt werden. Neben der Vergabe von LP für den
geleisteten Arbeitsaufwand wird bei Bestehen einer Modulprüfung auch eine Note
vergeben. Die Gesamtnote am Ende des Studiums errechnet sich dann aus dem mit
LP gewichteten Durchschnitt der Modulnoten. Näheres regelt die
Bachelor-Prüfungsordnung.
Das Curriculum des neuen "Bonner Bachelors" ist völlig neu gestaltet
und gegenüber dem Studienverlauf des "alten" Diplomstudiengangs
deutlich verändert und reformiert worden. Das Studium gliedert sich in
Der Pflichtbereich besteht aus zwei gleichgewichtigen Blöcken von
Modulen der Kerninformatik (zu je 48 LP) aus dem Teilbereich
„Mathematische Grundlagen und Theoretische Informatik“
einerseits und dem Teilbereich „Praktische und Technische Informatik“
andererseits. Ergänzt werden diese beiden Blöcke wissensvermittelnder
Pflichtmodule durch ein propädeutisches Modul “Techniken des
wissenschaftlichen Arbeitens“ (4 LP) gleich im 1. Semester, in dem
grundlegende Schlüsselkompetenzen für das weitere Studium vermittelt werden
(wie Präsentations- und Vortragstechniken, Analysieren und Verfassen
wissenschaftlicher Texte, Recherche in physischen wie elektronischen
Bibliotheken, Dokumentation von Software, Zusammenarbeit in Gruppen und Teams).
Der Teilbereich „Mathematische Grundlagen und Theoretische Informatik“ des Pflichtbereichs wird gemeinsam von Dozenten des Instituts für Informatik und der mathematischen Institute der Universität Bonn inklusive des Forschungsinstituts für Diskrete Mathematik gestaltet. Statt mit der klassischen Grundausbildung in Linearer Algebra und Analysis gleich im 1. Semester zu beginnen, sind diese beiden Module erst im 2. Semester (als speziell für die Informatiker gestaltete, aber von der Mathematik importierte Lehrveranstaltungen) angesiedelt. Die mathematisch-formale Grundausbildung beginnt stattdessen mit einem Modul „Logik und diskrete Strukturen“, in dem informatikspezifische Aspekte der mathematischen Denk- und Arbeitsweise im Vordergrund stehen (formales Spezifizieren und Schließen, formale Modellbildung diskreter Systeme). Da diese Inhalte bereits früh auch in der Praktischen Informatik benötigt werden, sind sie im 1. Semester angesiedelt.
Aufbauend auf die mathematischen Kernmodule des 2. Semesters
schließt sich im 3. Semesters ein Modul „Angewandte Mathematik“ an,
in dem Grundlagen aus Numerischer Mathematik, Statistik und
Wahrscheinlichkeitsrechnung vermittelt werden. Diese Inhalte werden
insbesondere von den sämtlich im Wahlpflichtbereich angesiedelten Modulen aus
dem Bereich der Computergraphik, Bild- und Signalverarbeitung vorausgesetzt.
Die Dozenten dieser Informatikarbeitsgebiete sind daher auch für die
anwendungsorientierte Einführung in die zugehörigen Grundlagen aus der
Mathematik verantwortlich.
Der Teilbereich „Praktische und Technische Informatik“ des
Pflichtbereichs gliedert sich in drei Stränge. Zwei konsekutive Module im 1.
Studienjahr (16 LP) vermitteln die Grundlagen der technischen und der
systemnahen Informatik (Betriebssysteme und verteilte Systeme, Rechner- und
Kommunikationsnetze). Zwei weitere, softwaretechnisch geprägte Vorlesungsmodule
(14 LP) legen Grundlagen der Informationssysteme (bereits im 1. Semester, da
kaum Voraussetzungen erforderlich sind) und der Softwaretechnologie (erst
im 3. Semester, weil Vorkenntnisse aus den Programmierungsmodulen des 1.
Studienjahres benötigt werden). Schließlich ist ein dreisemestriger, neu
entworfener Vorlesungszyklus mit hohem Übungsanteil den Grundlagen der Programmierung
gewidmet. Aufbauend auf traditionellen Techniken und Konzepten des
Algorithmenentwurfs und der zugehörigen Ausdrucksmittel in der imperativen
Programmierung folgen im 2. Semester Prinzipien objektorientierter
Softwareentwicklung (mit den zugehörigen OO-Sprachkonzepten). Ein neu
entwickeltes Modul zur systemnahen Programmierung (nebenläufige, verteilte und
parallele sowie ereignisorientierte Programmierung), das auf den Grundlagen der
beiden Vorlesungen des technisch-systemnahen Strangs aufbaut, ist bereits
profilbildend, in dem es auf einen anderen Schwerpunkt des Bonner
Forschungsspektrums hinführt.
2. Wahlpflicht- und Nebenfachmodule
Der Wahlpflichtbereich besteht aus drei Blöcken:
Das reichhaltige Angebot an kleinen und großen Wahlpflichtvorlesungen bietet den Studierenden ein breites, ausgewogenes Themenspektrum mit vielfältigen Spezialisierungsmöglichkeiten. Neben ergänzenden Fachgebieten, die aufgrund der Vielzahl an vorausgesetzten Grundlagen erst später im Studium angesiedelt werden können (z.B. Computergraphik, Bildverarbeitung, Multimediaretrieval, Künstliche Intelligenz), sind hier vor allem vertiefende Veranstaltungen aus den im Pflichtbereich schon angesprochenen Gebieten vertreten (etwa Kommunikation in verteilten Systemen, Deskriptive Programmierung, Algorithmische Lerntheorie, Relationale Datenbanken usw.).
Das Wahlpflichtangebot spiegelt schon deutlich die vier Schwerpunkte des Bonner Informatikinstituts in Forschung und Lehre wieder, die den (englischsprachigen) Masterstudiengang noch deutlicher prägen:
Als Nebenfächer mit festem Angebot an Modulen stehen bisher Mathematik,
Wirtschaftswissenschaften, Geographie und Psychologie fest. Vereinbarungen mit
weiteren Nebenfächern werden in Kürze noch abgeschlossen. Auf Antrag sind auch
Nebenfächer wählbar, mit denen bis dahin keine Export-/Importvereinbarungen
geschlossen waren.
Die folgende Tabelle zeigt einen "regelgerechten" Studienverlauf bei
Wahl eines Nebenfachs, das 24 LP umfasst, die in Form von vier 6 LP-Modulen
vermittelt werden (für andere Nebenfachgrößen variiert die Verteilung auf die
Semester geringfügig). Pflichtmodule sind rot, Wahlpflichtmodule blau,
Nebenfachmodule grün eingefärbt:
|
Sem. |
Module |
SWS |
LP |
|
1. |
Logik und Diskrete Strukturen Technische Informatik Informationssysteme Algorithmisches Denken und
imperative Programmierung Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens |
4V+2Ü 4V+2Ü 3V+2Ü 2V+3Ü 1V+2Ü |
8 8 6 6 4 |
|
2. |
Analysis Lineare Algebra Systemnahe Informatik Objektorientierte Softwareentwicklung |
4V+2Ü 4V+2Ü 4V+2Ü 2V+3Ü |
8 8 8 6 |
|
3. |
Angewandte Mathematik Algorithmen und
Berechnungskomplexität I Softwaretechnologie Systemnahe Programmierung |
4V+2Ü 4V+2Ü 4V+2Ü 2V+3Ü |
8 8 8 6 |
|
4. |
Algorithmen und
Berechnungskomplexität II Wahlpflichtmodul I Wahlpflichtmodul II Wahlpflichtmodul III |
4V+2Ü 4V+2Ü 4V+2Ü 2V+1Ü |
8 8 8 4 |
|
5. |
Nebenfachmodul I Nebenfachmodul II Wahlpflichtmodul IV Projektgruppe (Seminar + Praktikum) |
4V+2Ü 4V+2Ü 4V+2Ü 2S+4P |
6 6 8 10 |
|
6. |
Nebenfachmodul III Nebenfachmodul IV Wahlpflichtmodul V Bachelorarbeit (mit Begleitseminar) |
4V+2Ü 4V+2Ü 2V+1Ü 2S |
6 6 4 14 |
Eine vollständige und detaillierte Beschreibung aller Module finden Sie im Modulhandbuch
zum Bachelorstudiengang, das in wenigen Tagen auch online zugreifbar sein
wird. Zu Einzelheiten des Prüfungswesens finden Sie alles Wissenswerte in der
Bachelor-Prüfungsordnung, die ebenfalls in Kürze im Netz verfügbar
gemacht werden wird.
Alle Fragen zum neuen Informatik-Bachelor richten Sie bitte per Mail an bama@informatik.uni-bonn.de. Wir
bemühen uns, Ihnen möglichst kurzfristig kompetent zu antworten!
Druckversion: BachelorInformatik.pdf (4 Seiten)
letzte Änderung: 10.7.07/RM