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Protestwelle schwappt nach Bayern

Auch in Kiel stimmten Studenten für Streiks


Frankfurt/M (AP). Die Protestwelle der Studenten gegen schlechte Studienbedingungen erfaßt immer mehr Hochschulen. In Regensburg beschlossen am Montag erstmals Studierende einer bayerischen Universität zu streiken. Auch an der Kieler Christian-Albrechts-Universität stimmte eine große Mehrheit für Protestaktionen. Ein erster Höhepunkt der Studentenproteste soll eine Großdemonstration am Donnerstag in Bonn werden, zu der sich unter anderem Delegationen aus Leipzig, Jena und Hamburg angekündigt haben.

In zahlreichen Hochschulen liefen die Vorbereitungen für eine Urabstimmung auf Hochtouren. So wollten die Studierenden in Göttingen, Hannover, Heidelberg, Paderborn und Wuppertal in den kommenden Tagen über mögliche Streiks entscheiden. In Niedersachsen rief die Landesastenkonferenz für den 4. Dezember zu einer Demonstration gegen die Sparpolitik in Hannover auf.

In Berlin kündigten Freie, Technische und Humbold-Universität zusammen mit der Hochschule der Künste für Mittwoch eine Demonstration durch die Stadt unter dem Motto "...wir sind doch nicht blöd" an. Die streikenden Studenten der Uni Bonn wollten am (morgigen) Dienstag eine Menschenkette zwischen dem Kanzleramtsplatz und dem Bundesforschungsministerium bilden. Bildungsminister Jürgen Rüttgers wurde für Mittwoch eingeladen. Für Freitag ist eine Abstimmung über die Fortsetzung des Streiks angesetzt.

Auch die Studenten der Pädagogischen Hochschule in Köln setzten ihre Streiks fort. Um auf ihre schlechten Studienbedingungen aufmerksam zu machen, unterrichteten angehende Lehrer im Kölner Zoo Tiere. "Wir wissen wegen der schlechten Rahmenbedingungen nicht, ob wir Kinder unterrichten können. Also versuchen wir es mal mit Tieren", begründete eine Asta-Sprecherin die Aktion. Paviane seien in Biologie unterwiesen worden, Pinguine in Sachunterricht, Fasane im Mathematik, Flamingos in Musik, Kamele in Deutsch.

Die Studenten der Wiesbadener Fachhochschule baten in Luxemburg um "bildungspolitisches Asyl". Zur Begründung hieß es in einem offenen Brief des Astas der FH an das luxemburgische Justizministerium, Bund und Länder seien in Deutschland aufgrund der schlechten Finanzsituation nicht mehr in der Lage, den Hochschülern eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu ermöglichen. Ursache hierfür seien unter anderem die deutschen Steuergesetze, die es Großverdienern erlaubten, ihr Geld am deutschen Fiskus vorbei ins Ausland zu schaffen, beispielsweise nach Luxemburg.

Ein Sprecher des studentischen Streikkomitees der Universität Regensburg sagte, die Vollversammlung habe für Streiks ab kommenden Mittwoch gestimmt. Die Proteste richteten sich vor allem gegen die geplante Streichung der Studiengänge Diplom-Pädagogik und Diplom-Soziologie. Auch in Kiel beschloß die Vollversammlung nach Angaben eines Asta-Sprechers mit großer Mehrheit zu streiken. Der Streik sei zunächst auf eine Woche begrenzt. Bereits seit Mittwoch vergangener Woche streikt die Erziehungswissenschaftliche Fakultät der Uni.

  • Sympathie für Studenten

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