Studenten-Proteste:

Streik per Internet organisiert

Berlin (dpa) - Studentische Protestaktionen und "Streiks" gibt es alle Jahre wieder, aber es dürfte das erste Mal sein, daß sich die Aktivisten per Internet organisieren. Auf einer Computer-Seite der Fachhochschule Darmstadt sind die neuesten Informationen über den Stand der Bewegung nachzulesen, die von Gießen (Hessen) ausging und bereits zwei Dutzend Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland erfaßt hat.

Fast permanent wird in diesen Tagen die "Streik-Page" aktualisiert. Nicht nur findet sich dort eine Liste der bereits aktiv bestreikten Hochschulen, sondern auch eine Auflistung der Unis, die demnächst mitmachen wollen. Es sollen über 30 sein. Der interessierte Surfer wird versorgt mit Hinweisen darauf, warum die Studenten überhaupt auf die Straße gehen: "Bildung ist nur noch ein Lippenbekenntnis, im Bildungsetat wird an allen Ecken gespart", sagt ein gewisser Olli in weißem Sweatshirt und blauer Jeans von der Fachhochschule Darmstadt, der auch gleich im Bild vorgestellt wird.

Ein Veranstaltungskalender gibt den Überblick über die nächsten Tage. Eine Presseschau hält wichtige Artikel großer Tageszeitungen zu den Protesten an den Hochschulen bereit. Mit der Parole "Ärsche aus dem Bett und mitmachen!!!" versucht der Allgemeine Studentenausschuß der Fachhochschule, bundesweit Studierende zu gewinnen. Seiner Ansicht nach ist genug Geld für Bildung da, es müsse nur auf den Euro-Fighter verzichtet werden. Gerald Mackenthun

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