Auch in Kassel demonstrierten rund 2.000 Studierende auf einem "Trauermarsch" gegen die schlechten Bildungsbedingungen und soziale Härten. Ein Sprecher des hessischen Kultusministeriums sagte, er sei überrascht vom Ausmaß der Proteste.
Die Demonstranten in Frankfurt zogen in Sternmärschen von der Universität der Stadt, der Fachhochschule und vom Hauptbahnhof zu einer Kundgebung in die Innenstadt. Ein Studentensprecher der wies Forderungen der Wirtschaft nach Studiengebühren und einem Studentenauswahlrecht für die Hochschulen zurück: "Die Universität muß für jeden offen blieben", betonte er. Die hessischen Studenten riefen vor der Demonstration in Bonn an diesem Donnertag erneut zu einem bundesweiten Studenten- Streik auf, da die Sparpolitik alle Hochschulen treffe.
Zudem protestierten in Geisenheim am Dienstag nach Angaben der Studierenden rund 350 Demonstranten gegen Mittelkürzungen, die eine Gefährdung der Lehre in der Aussenstelle Geisenheim der Fachhochschule Wiesbaden bedeute. Ein Studentensprecher der Fachhochschule Fulda sagte, die Studierenden wollten am Mittwoch in Fulda demonstrieren. Die Probleme an den Hochschulen könnten nicht mit Verständnisbekundungen und Halbierungen des Bafög gelöst werden.
In Kassel hieß es auf Plakaten der Demonstranten: "Nix Bildung, nix Arbeit, nix Steuern" und "Zukunft braucht Bildung". Die Studenten überreichten Wissenschaftsministerin Christine Hohmann-Dennhardt (SPD), die im Kasseler Rathaus war, symbolisch einen Sarg mit der Aufschrift "Hier ruht in Frieden unsere Bildung". Die Ministerin begrüßte die Proteste. "Die Gesellschaft soll wachgerüttelt werden." Hessen müsse eine Milliarde Mark sparen und damit auch bei der Bildung kürzen. Ursache seien Fehler beim Verteilungssystem auf Bundesebene. Die hessische Regierung habe sich gegen Studiengebühren ausgesprochen. Am 29. Oktober hatten Studenten der Uni Gießen als erste ihren Streik begonnen. Der Allgemeine Studentenausschuß (AStA) Gießen forderte, die von der rot-grünen Landesregierung angekündigte Kürzung von 27 Millionen Mark im Wissenschaftsbereich müsse zurückgenommen werden. Fotos: AP