| junge Welt |
Inland |
01.12.1997 |
| Nicht stehenbleiben |
| Leserbrief zu jW-Berichten über Studi-Proteste |
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Herzlichen Dank für Eure Berichte von den Protesten der Studierenden. Eine faire und solidarische Berichterstattung ist hier sehr nötig. Nötig ist aber auch, die richtigen Fragen an die Bewegung zu stellen und richtig können unsere Fragen nur dann sein, wenn sie eine revolutionäre (systemüberwindende) Perspektive eröffnen. »Unpolitisch« sind und bleiben die Aktionen der meisten Studierenden, weil es ihnen nur um die Verbesserung ihrer Studienbedingungen geht. (...) Ein politischer - i. S. von fortschrittlichem - Widerstand muß ganz eindeutig Position beziehen gegen jeden Versuch, die Opfer von Sozialabbau und Ausgrenzung zu spalten, muß jede Form von Sponsoring-Modellen im Bildungswesen ablehnen und muß die staatliche Verantwortung für die Bildung betonen und verteidigen. Wer hierbei aber glaubt, damit sei es genug, der irrt! Wenn nicht die Linke um Einfluß auf die Bildungsinhalte ringt, dann tun es die Funktionäre des Kapitals, und heraus kommen wieder - diesmal trotz Staatshoheit - willfährige und ökonomisch verwertbare Eliten. Ein studentischer Kampf um eine bedarfsdeckende und breite Studienfinanzierung ist notwendig! Bleibt der Widerstand hierbei aber stehen, so ist er in letzter Instanz individualistisch und unpolitisch! Florian Grams, Hannover |
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