Die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG) hat an Bund und Länder appelliert, die Forderung der Studierenden nach besseren Studienbedingungen nicht nur verbal zu unterstützen. "Bund und Länder haben jahrelang Etats beschlossen, deren Bildungshaushalte in Relation zu den Gesamtausgaben gesunken sind“, erklärte DAG-Bundesvorstandsmitglied Veronika Pahl am Mittwoch in Bonn. Die gleichen Politiker, die die Kürzungen zu vertreten hätten, klagten jetzt beispielsweise über zu kurze Öffnungszeiten der Bibliotheken, ohne zu fragen, wie denn das Verwaltungspersonal bei längerer Öffnung bezahlt werden sollte.
Schon während des Gesetzgebungsverfahrens zum Hochschulrahmengesetz werde sich zeigen, ob die Studierenden echte Unterstützung erhalten - etwa bei der Abwehr der geplanten billigeren, kurzen Bachelor-Studiengänge oder bei der Abwehr der Bemessung der Zuwendungen für die Hochschulen allein nach der Zahl der Studierenden und der Höhe der eingeworbenen Drittmittel. Letzteres Meßkriterium ließe die finanzielle Schere zwischen industrie- oder anwendungsnahen Fachbereichen und geisteswissenschaftlichen Disziplinen weiter wachsen und könnte eine Gefahr für systematische Grundlagenforschung bedeuten, betonte die DAG-Bildungsexpertin. Auch bei der demnächst zu beratenden BAFöG-Novelle tue Unterstützung dringend not.
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